Warum sind Lupinen fast gänzlich unbekannt?

Warum sind Lupinen fast gänzlich unbekannt?

 

Die Weltbevölkerung wächst immer weiter. Heute sind es 7,3 Milliarden. Bis zum nächsten Jahrhundert schätzt die UNO, könnte die 10-Milliarden-Marke überschritten werden. Um alle gesund ernähren zu können, braucht man Proteine. Die kommen heute meistens über den Umweg der Kuhmilch, Fleisch oder aus Eiern.


Mächtige Soja-Industrie

Aber es geht auch direkter: Gewinnt man Proteine aus Pflanzen - wie aus Soja - benötigt man nur ein Fünftel der landwirtschaftlichen Fläche. Die weltweiten Sojaernten betragen üblicherweise zwischen 270–290 Mio t. Die USA (35%), Brasilien (25%), Argentinien (25%) sind mit großem Abstand die Haupterzeugerländer. Daneben gibt es Sojaanbau u.a. auch in Paraguay, Indien, Kanada, Bolivien, Uruguay und begrenzt in der EU.
Die größten Soja-Anbauländer der EU sind Italien, Serbien, Frankreich, Rumänien, Österreich und Ungarn. 

Sie können sich vorstellen - es hier eine riesige Industrie, die mit Soja Geschäfte macht und wenig Interesse an einem alternativen Produkt für Ernährung der Weltbevölkerung hat.


Soja hat eine ernsthafte Konkurrenz: Die Lupine.

Die meisten kennen Lupinen von den Rändern der Autobahnen, wo ihre hübschen Kerzen in den Farben, Rot, Gelb und Blau recht auffallend leuchten. Lupinen werden auch als Stickstoffsammler auf den Feldern und als Eiweißfutter für die Tiere eingesetzt. Sie haben aber auch einiges für die Ernährung der Menschen zu bieten. Die Süßlupine spielt in der mediterranen und südamerikanischen Küche schon seit 2000 Jahren eine beachtliche Rolle.

Sie enthält extrem viel Protein, einige Spurenelemente und wichtige Vitamine. Die Lupine kennt man auch unter den Namen "Wolfsbohne". Von den etwa 200 Arten der Lupinen spielt in der Ernährung nur die Süßlupine eine Rolle, da diese Züchtung kaum Bitterstoffe enthält.

Die Pflanze besitzt Wurzeln, die bis zu 1,5 Meter in den Boden reichen können. Darum gedeiht sie auch auf sehr trockenen Böden noch recht gut. Wegen der tiefen Durchwurzelung des Bodens, des Aufschlusses schwer löslicher Mineralstoffe und der Stickstoffbildung wird die Lupine als Vorfrucht geschätzt. In den Anden, woher die Lupine wahrscheinlich kommt, wird sie jeweils auf den obersten Terrassen angebaut. Dort sammelt sie Stickstoff, der mit dem Regen auf die unteren Terrassen geschwemmt wird. So werden diese Felder natürlich gedüngt.

In den letzten Jahren wird auch hier in Europa unter Ernährungsexperten, Veganern und Menschen mit bewußter Ernährung immer mehr bekannt:

Die Lupine ist der Sojabohne ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Außerdem ist sie nicht genmanipuliert. Die genetische Vielfalt der zahlreichen Arten der Lupine macht es möglich, durch Züchtungen erwünschte Eigenschaften zu erhalten. Die Süßlupine ist daher eine gute Alternative zu Soja, sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Ernährung von Tier und Mensch.